
Ein Autónomo (Selbstständiger) in Spanien kostet 2026 im ersten Jahr mit Tarifa Plana (reduzierter Anfangsbeitrag) meist 88,64 Euro Sozialversicherung pro Monat. Ohne Tarifa Plana hängt die Cuota (Sozialversicherungsbeitrag) vom geschätzten Nettoeinkommen ab: rund 200 Euro in der niedrigsten Stufe und rund 300 Euro ab der allgemeinen Tabelle, plus Steuerrücklage und Gestor (Behördendienstleister).
Die eigentliche Frage lautet nicht nur, was die Seguridad Social (spanische Sozialversicherung) abbucht. Als Selbstständiger musst du in Spanien drei Dinge gleichzeitig planen: Sozialversicherung, Steuerrücklage und laufende Verwaltung. Wer nur die Tarifa Plana sieht, unterschätzt schnell, was nach dem ersten Jahr oder bei höherem Gewinn passiert.
Die Kosten eines Autónomo bestehen aus drei Blöcken:
| Kostenblock | Typischer Betrag 2026 | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Seguridad Social | 88,64 € mit Tarifa Plana, regulär ab ca. 200 €/Monat | monatliche Cuota im RETA (Sondersystem für Selbstständige) |
| IRPF-Rücklage (Einkommensteuer) | oft ca. 20 % des Gewinns | Vorauszahlung über Modelo 130 oder spätere Jahressteuer |
| Gestor / Steuerberater | ca. 50-150 €/Monat | Buchhaltung, Quartalserklärungen, Fristen |
Die Seguridad Social ist der einzige Betrag, der monatlich automatisch abgebucht wird. Die Steuer kommt dagegen quartalsweise oder mit der Jahreserklärung. Der Gestor ist keine gesetzliche Pflicht, aber für viele Selbstständige praktisch die Versicherung gegen verpasste Fristen und falsche Modelle.
Wichtig ist die Reihenfolge: Erst musst du sauber als Autónomo angemeldet sein. Die eigentliche Kostenplanung beginnt erst danach, weil Tarifa Plana, Tramo und Steuerpflichten von deiner Anmeldung und deiner Tätigkeit abhängen.
Die Tarifa Plana ist die reduzierte Einstiegscuota für neue Autónomos. 2026 besteht sie laut Importass aus einer reduzierten Cuota von 80 Euro pro Monat. Dazu kommt der Mecanismo de Equidad Intergeneracional (MEI) von 0,9 %, sodass der monatliche Gesamtbetrag bei 88,64 Euro liegt.
Die Tarifa Plana gilt grundsätzlich für die ersten 12 Monate ab der Alta im RETA. Eine Verlängerung um weitere 12 Monate ist möglich, wenn deine voraussichtlichen Nettoeinkünfte unter dem gesetzlichen Mindestlohn (SMI) liegen und du das entsprechend erklärst.
Die wichtigsten Voraussetzungen:
Der größte Fehler ist eine verspätete oder falsch gesetzte Alta. Wer nach Tätigkeitsbeginn angemeldet wird, kann Rabatte verlieren und zahlt für den betroffenen Zeitraum nicht nach Wunschtramo, sondern nach den Regeln für verspätete Alta. Deshalb gehört die Tarifa Plana in die Anmeldeplanung, nicht in die spätere Buchhaltung.
Ohne Tarifa Plana zahlst du im RETA nach deinem geschätzten monatlichen Nettoeinkommen. Seit 2023 gilt das System der cotización por rendimientos reales: Du wählst bei der Anmeldung eine Beitragsbasis innerhalb des Tramos, der zu deiner Prognose passt. Später gleicht die TGSS (spanische Beitragskasse) die endgültigen Daten mit den Steuerdaten ab.
Für 2026 nennt die Seguridad Social eine reduzierte Tabelle für niedrige Einkünfte und eine allgemeine Tabelle. Die Beitragstabellen 2026 wurden gegenüber 2025 eingefroren (Real Decreto-ley 16/2025). Die Cuota wird als Prozentsatz (rund 31,4 Prozent inklusive MEI) auf die Beitragsbasis berechnet. Die offiziell veröffentlichten Mindest-Cuotas reichen 2026 von rund 200 Euro in der untersten bis rund 590 Euro in der obersten Stufe.
| Monatlicher Nettoertrag 2026 | Mindestbasis | Cuota bei Mindestbasis |
|---|---|---|
| bis 670 € | 653,59 € | ca. 200 € |
| > 900 € und < 1.166,70 € | 849,67 € | ca. 267 € |
| 1.166,70 € bis 1.300 € | 950,98 € | ca. 299 € |
| > 2.030 € bis 2.330 € | 1.274,51 € | ca. 400 € |
| > 2.330 € bis 2.760 € | 1.356,21 € | ca. 426 € |
| > 4.050 € bis 6.000 € | 1.732,03 € | ca. 544 € |
| über 6.000 € | 1.928,10 € | ca. 590 € |
Das sind die Cuotas bei der jeweiligen Mindestbasis. Du kannst in deinem Tramo auch eine höhere Basis wählen. Das erhöht die Cuota, kann aber spätere Leistungen beeinflussen, etwa bei Krankheit oder Rente. Für reine Cashflow-Planung rechnen viele Gründer zuerst mit der Mindestbasis ihres Tramos.
Wenn deine Einnahmen schwanken, solltest du die Prognose nicht einfach ein Jahr lang stehen lassen. Du kannst deine Basis bis zu sechsmal pro Jahr anpassen. Verdient dein Geschäft deutlich mehr als geplant, kann eine Anpassung Nachzahlungen bei der Regularisierung vermeiden.
Die Cuota Autónomo ist keine Einkommensteuer. Zusätzlich zur Sozialversicherung musst du als Selbstständiger deine IRPF, also spanische Einkommensteuer, einplanen. In der estimación directa (direkte Gewinnermittlung) läuft das typischerweise über das Modelo 130: Die AEAT (spanisches Finanzamt) berechnet grundsätzlich 20 % auf das positive Ergebnis.
Praktisch heißt das: Lege nicht 20 % vom Umsatz zurück, sondern mindestens 20 % deines Gewinns vor endgültiger Jahresabrechnung. Wer vorsichtig kalkuliert, bildet die Rücklage direkt bei Zahlungseingang. Dadurch trifft dich die Quartalszahlung nicht überraschend.
Die Fristen für pagos fraccionados laufen quartalsweise: 1. bis 20. April, Juli und Oktober sowie 1. bis 30. Januar für das vierte Quartal. Wenn mindestens 70 % deiner professionellen Einkünfte bereits einer Retención (Steuerabzug/Quellensteuer) unterliegen, kann die Pflicht zum Modelo 130 entfallen. Das ist typisch bei bestimmten B2B-Rechnungen in Spanien, aber nicht bei jedem Freelancer.
IVA ist ein anderer Punkt. Die spanische Mehrwertsteuer gehört wirtschaftlich nicht dir, wenn du sie auf Rechnungen ausweist. Du nimmst sie ein und führst sie nach Verrechnung mit Vorsteuer wieder ab. Für deine Kostenrechnung solltest du deshalb sauber zwischen Umsatz, IVA, Betriebsausgaben, Cuota und IRPF unterscheiden. Die Details gehören in den Artikel zu IVA und IRPF für Autónomos, die finale Einkommensteuer in die spanische Jahreserklärung.
Ein Gestor kostet für einfache Autónomo-Fälle häufig etwa 50 bis 150 Euro pro Monat. Das ist kein amtlicher Tarif, sondern ein realistischer Planungswert. Komplexer wird es mit vielen Rechnungen, Auslandskunden, OSS/IVA-Themen, Mitarbeitern oder mehreren Tätigkeiten.
Der Gestor lohnt sich vor allem wegen der laufenden Pflichten: Modelo 303 für IVA, Modelo 130 für IRPF, Jahreserklärung, Rechnungsprüfung und Kommunikation mit Hacienda. Ein Fehler bei der ersten Anmeldung oder ein übersehener Quartalstermin kann teurer sein als mehrere Monate Betreuung.
Plane zusätzlich kleine Nebenkosten ein: Buchhaltungssoftware, digitale Signatur, Bankgebühren oder Beratung vor der Anmeldung. Sie sind nicht der große Kostenblock, aber sie gehören in eine realistische monatliche Kostenrechnung. Einen deutschsprachigen Steuerberater in Spanien oder Gestor in Spanien findest du über unser Verzeichnis.
Angenommen, du arbeitest 2026 als Freelancer, hast 3.000 Euro Monatsumsatz ohne IVA und 500 Euro betriebliche Ausgaben. Dein Gewinn vor Sozialversicherung liegt grob bei 2.500 Euro.
| Position | Monat | Jahr |
|---|---|---|
| Umsatz ohne IVA | 3.000 € | 36.000 € |
| Betriebsausgaben | -500 € | -6.000 € |
| Gewinn vor Cuota | 2.500 € | 30.000 € |
| Reguläre Cuota im passenden Tramo | ca. -426 € | ca. -5.112 € |
| Gestor | ca. -100 € | ca. -1.200 € |
| IRPF-Rücklage 20 % auf Gewinn vor Cuota (vereinfachte Planung) | ca. -500 € | ca. -6.000 € |
| Verfügbar vor finaler Jahressteuer | ca. 1.474 € | ca. 17.688 € |
Mit Tarifa Plana sähe das erste Jahr anders aus: Statt ca. 426 Euro regulärer Cuota würdest du zunächst 88,64 Euro zahlen. Die Differenz verbessert deinen Cashflow im Startjahr erheblich. Spätestens nach Ablauf der Vergünstigung brauchst du aber eine Rechnung mit regulärer Cuota. Bei dauerhaft höheren Gewinnen sollte auch die Frage Autónomo oder SL geprüft werden.
Wenn du kurz vor der Alta stehst, kalkuliere erst dein normales Jahr ohne Tarifa Plana. Dann siehst du, ob dein Geschäftsmodell auch nach dem Startvorteil trägt.
Mit Tarifa Plana meist 88,64 Euro Sozialversicherung im ersten Jahr. Ohne Tarifa Plana hängt die Cuota vom Nettoeinkommen ab, rund 200 Euro in der niedrigsten Stufe und rund 300 Euro ab der allgemeinen Tabelle.
Die reduzierte Cuota beträgt 80 Euro pro Monat. Mit dem MEI-Zuschlag nennt Importass einen Gesamtbetrag von 88,64 Euro pro Monat.
Nach Ende der Tarifa Plana oder wenn du keinen Anspruch darauf hast. Dann gilt dein Tramo nach geschätztem monatlichem Nettoeinkommen.
Als Faustregel mindestens 20 % des Gewinns, weil das Modelo 130 grundsätzlich mit 20 % des positiven Ergebnisses arbeitet. Die endgültige Steuer ergibt sich erst in der Jahreserklärung.
Nein. Ein Gestor ist keine gesetzliche Pflicht. In der Praxis planen viele Autónomos 50 bis 150 Euro pro Monat ein, weil Quartalserklärungen und Fristen laufend betreut werden müssen.
Die TGSS regularisiert später anhand der endgültigen Steuerdaten. Waren deine Einkünfte höher als prognostiziert, kann eine Nachzahlung entstehen.
Zuletzt aktualisiert: 03.06.2026 Autor: Spanienberater Redaktion
Keine Steuerberatung - Einzelfall prüfen lassen. Sozialversicherungsbasen, Steuerpflichten und Gestor-Kosten hängen vom Jahr, Tramo, Tätigkeitscode, Kundenstruktur und Einzelfall ab. Die Angaben entsprechen dem Recherchestand und ersetzen keine individuelle Beratung.