Steuern in Spanien 2026: Leitfaden für Auswanderer
Steuern in Spanien für Deutsche: Steuerpflicht, IRPF-Sätze 2026, IVA, Vermögens- und Erbschaftssteuer, Modelos mit Fristen und DBA im Überblick.
Von Spanienberater Redaktion

Wer in Spanien steuerlich ansässig ist, versteuert dort sein weltweites Einkommen. Die wichtigsten Steuern sind die Einkommensteuer IRPF, die Mehrwertsteuer IVA, die Vermögenssteuer, die Grundsteuer IBI und die Erbschaftssteuer. Das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland verteilt die Besteuerungsrechte und verhindert eine doppelte Belastung.
Dieser Leitfaden gibt Ihnen den Überblick und führt von hier in die Detailthemen. Er ersetzt keine der Spezialfragen, sondern ordnet sie ein: Wann werden Sie steuerpflichtig, welche Steuerarten gibt es, welche Formulare und Fristen sind wichtig, und was gilt je nach Lebenssituation. Für konkrete Detailfragen führen eigene Seiten zu den IRPF-Steuersätzen, zum DBA Deutschland–Spanien, zum Modelo 720 für Auslandsvermögen sowie zu Vermögens- und Erbschaftssteuer weiter. Steuern sind ein YMYL-Thema, bei dem Beträge und Fristen sich jährlich ändern. Die genannten Eckwerte beziehen sich auf den Stand 2026.
Inhalt
- Steuerüberblick 2026 auf einen Blick
- Wann sind Sie in Spanien steuerpflichtig?
- Das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland und Spanien
- Die wichtigsten Steuerarten in Spanien
- IRPF: die Einkommensteuer 2026 in Zahlen
- Die wichtigsten Steuerformulare (Modelos) und Fristen
- Warum Ihre Region in Spanien den Unterschied macht
- Steuern je nach Lebenssituation
- Wann brauche ich einen Steuerberater in Spanien?
- Häufige Fragen (FAQ)
Steuerüberblick 2026 auf einen Blick
Residenten (steuerlich ansässig ab mehr als 183 Tagen oder mit Lebensmittelpunkt in Spanien) versteuern ihr weltweites Einkommen über die Einkommensteuer IRPF und geben je nach Vermögen weitere Erklärungen ab. Nichtresidenten zahlen nur auf spanische Einkünfte und Immobilien über die IRNR (Modelo 210). Welche Steuern Sie konkret treffen, hängt von Wohnsitz, Einkommen, Vermögen und Region ab. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Steuerarten zusammen; die Details stehen in den verlinkten Ratgebern.
| Steuerart | Wer betroffen ist | Bemessungsgrundlage und Spanne | Erklärung und Modelo | Regional? | Detailseite |
|---|---|---|---|---|---|
| Einkommensteuer (IRPF) | Residenten | Weltweites Einkommen; staatlicher plus regionaler Progressivtarif, Orientierungswert ab 19 % | Modelo 100, Renta 2025: bis 30. Juni 2026 (abgelaufen) | ja | IRPF-Steuersätze |
| Nichtresidentensteuer (IRNR) | Nichtresidenten mit spanischen Einkünften oder Immobilie | Spanische Einkünfte, bei Selbstnutzung ein fiktiver Mietwert | Modelo 210, je nach Einkunftsart | nein | Immobilie und Modelo 210 |
| Mehrwertsteuer (IVA) | Alle Verbraucher, laufende Pflicht für Selbstständige | Umsatz, 21 %, 10 % oder 4 % | laufend, Selbstständige quartalsweise | nein, Kanaren stattdessen IGIC | Mehrwertsteuer in Spanien |
| Vermögens- und Solidaritätssteuer | Vermögende Residenten und Nichtresidenten | Nettovermögen über Freibetrag (700.000 € plus 300.000 € Hauptwohnung; Solidaritätssteuer ab 3 Mio.) | Modelo 714: Renta-Kampagne; Modelo 718: Juli | ja, Freibeträge und Bonifikationen | Vermögenssteuer |
| Erbschaft- und Schenkungssteuer (ISD) | Erben und Beschenkte | Wert des Erwerbs, nach Verwandtschaftsgruppe gestaffelt | Modelo 650 oder 651, 6 Monate ab Erbfall | ja, starke regionale Unterschiede | Erbschaftssteuer |
| Immobiliensteuern (Kauf und Besitz) | Käufer und Eigentümer | Kauf: ITP (Bestand) oder IVA plus AJD (Neubau), zusammen rund 10 bis 15 % Nebenkosten; Besitz: IBI auf den Katasterwert | beim Kauf; IBI jährlich | ja | Immobilienkauf: Steuern |
Stand der Eckwerte: 2026. Die autonomen Regionen weichen bei IRPF-Spitzensatz, Vermögens- und Erbschaftssteuer erheblich ab; maßgeblich ist immer die Region Ihres Wohnsitzes beziehungsweise der belegenen Immobilie. Diese Übersicht ist ein Einstieg und ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls.
Wann sind Sie in Spanien steuerpflichtig?
Die erste Frage ist nicht, woher Ihr Geld kommt, sondern wo Sie steuerlich ansässig sind. Spanien knüpft die Steuerpflicht an die Ansässigkeit. Sie gelten in der Regel als steuerlich ansässig (residente fiscal), wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Sie halten sich mehr als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien auf. Die Tage müssen nicht zusammenhängen.
- Ihr wirtschaftlicher Lebensmittelpunkt liegt in Spanien.
- Ihr nicht dauerhaft getrennter Ehepartner und Ihre minderjährigen Kinder leben in Spanien (widerlegbare Vermutung). Wer verheiratet ist, sollte deshalb wissen, was die Heirat steuerlich verändert.
Sind Sie Resident, erklären Sie Ihr Welteinkommen in Spanien, also auch deutsche Renten, Kapitalerträge oder Mieten. Die Einzelheiten dieser Schwelle, die Tageszählung und die Dokumentation behandelt der Artikel zur 183-Tage-Regel ausführlich.
Wer dagegen nicht in Spanien ansässig ist, aber dort Einkünfte oder eine Immobilie hat, zahlt die Steuer der Nicht-Residenten (IRNR) über das Modelo 210. Das betrifft zum Beispiel Ferienhausbesitzer mit Wohnsitz in Deutschland. Resident und Nicht-Resident werden also nach unterschiedlichen Regeln besteuert, und die Einordnung steht am Anfang jeder Steuerfrage.
Besonders im Umzugsjahr lohnt ein genauer Blick. Spanien betrachtet die Steuerperiode als Kalenderjahr und kennt keine unterjährige Aufteilung wie bei einem deutschen Wohnsitzwechsel. Wer im Lauf eines Jahres Resident wird, kann für das gesamte Kalenderjahr als ansässig gelten. Der Zeitpunkt des Umzugs hat deshalb direkte steuerliche Folgen und sollte vor dem Schritt geklärt werden.
Das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland und Spanien
Viele befürchten, als Auswanderer doppelt zu zahlen. Genau das verhindert das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und Spanien. Das aktuelle Abkommen stammt aus dem Jahr 2011 und ist seit 2013 anwendbar. Es entscheidet nicht, ob Sie Steuern zahlen, sondern welcher Staat welche Einkunft besteuern darf und wie eine doppelte Belastung vermieden wird.
Dafür gibt es zwei Mechanismen: die Anrechnung (die im einen Staat gezahlte Steuer wird im anderen berücksichtigt) und die Freistellung (eine Einkunft wird in einem Staat freigestellt, kann aber den Steuersatz beeinflussen). Welche Methode greift, hängt von der Einkunftsart ab.
Wichtig ist: Das DBA hebt die spanische Erklärungspflicht nicht auf. Eine Einkunft kann in Spanien erklärungspflichtig sein, obwohl Deutschland einen Teil besteuern darf. Wie das im Detail funktioniert und welche Einkunftsart wo besteuert wird, zeigt der Artikel zum Doppelbesteuerungsabkommen. Besonders relevant ist das für Renten, die ein eigenes Kapitel verdienen.
Ein Begriff sorgt regelmäßig für Verwirrung: der Progressionsvorbehalt. Er ist ein deutsches Instrument. Bestimmte in Deutschland freigestellte Einkünfte können den deutschen Steuersatz für andere deutsche Einkünfte erhöhen. Für einen reinen Spanien-Residenten ohne deutsche Veranlagung spielt er meist keine Rolle, weil Spanien als Wohnsitzstaat nach eigenem Recht besteuert. Wer in einem Jahr in beiden Ländern Einkünfte und Erklärungen hat, sollte ihn aber kennen.
Die wichtigsten Steuerarten in Spanien
Das spanische Steuersystem kennt mehrere Steuern, die je nach Situation relevant werden. Hier der Überblick mit den Eckwerten 2026.
Einkommensteuer (IRPF)
Die IRPF ist die zentrale Steuer für Residenten. Sie ist progressiv und erfasst Arbeitseinkommen, Renten, selbstständige Einkünfte, Kapitalerträge und Mieten. Die konkreten Stufen für 2026 stehen im nächsten Abschnitt.
Steuer der Nicht-Residenten (IRNR)
Wer nicht in Spanien ansässig ist, aber spanische Einkünfte oder eine Immobilie hat, zahlt die IRNR über das Modelo 210. Bei selbst genutzten Immobilien fällt eine pauschale Einkommensteuer auf einen fiktiven Nutzungswert an (die imputación de rentas inmobiliarias), berechnet als kleiner Prozentsatz des Katasterwerts, bei Vermietung dagegen auf die tatsächlichen Mieteinnahmen. Viele deutsche Ferienhausbesitzer wissen nicht, dass sie diese Erklärung auch ohne Vermietung abgeben müssen.
Vermögenssteuer und Solidaritätssteuer
Die Vermögenssteuer (Impuesto sobre el Patrimonio) erfasst das Nettovermögen. Der staatliche Freibetrag liegt bei 700.000 Euro, für Residenten kommt ein Freibetrag für die Hauptwohnung von bis zu 300.000 Euro hinzu. Die Regionen weichen davon ab: Katalonien setzt den Freibetrag zum Beispiel bei 500.000 Euro an, andere Regionen wie Madrid haben die Steuer faktisch über eine Bonifikation neutralisiert. Ergänzend gibt es die Solidaritätssteuer auf große Vermögen (ISGF), die Nettovermögen über 3.000.000 Euro erfasst, auf die Vermögenssteuer angerechnet wird und seit 2024 dauerhaft gilt. Die regionale Komplexität behandelt der Artikel zur Vermögenssteuer.
Mehrwertsteuer (IVA)
Die IVA entspricht der deutschen Mehrwertsteuer. Der Regelsatz beträgt 21 Prozent, der ermäßigte Satz 10 Prozent (zum Beispiel viele Lebensmittel, Gastronomie, Transport) und der stark ermäßigte Satz 4 Prozent (Grundnahrungsmittel, Medikamente). Der Detailartikel zur Mehrwertsteuer in Spanien erklärt die aktuellen IVA-Sätze, das Modelo 303, EU-Rechnungen und die Abgrenzung zum IGIC auf den Kanaren. Für Selbstständige ist die IVA eine laufende Pflicht.
Grundsteuer (IBI)
Die IBI ist die gemeindliche Grundsteuer. Sie wird vom Ayuntamiento auf Basis des Katasterwerts erhoben und betrifft jeden Immobilieneigentümer, Resident oder nicht. Die Höhe schwankt von Gemeinde zu Gemeinde, und oft kommen weitere lokale Abgaben wie die Müllgebühr hinzu. Die IBI wird einmal jährlich fällig und lässt sich bequem per Lastschrift hinterlegen.
Erbschaft- und Schenkungssteuer (ISD)
Die ISD fällt bei Erbschaften und Schenkungen an und wird stark regional ausgestaltet. Spanisches Vermögen ist immer in Spanien steuerpflichtig. Anders als bei der Einkommensteuer gibt es für Erbschaften kein DBA mit Deutschland, eine deutsche Anrechnung ist aber über das deutsche Recht möglich. Die Verwandtschaftsgruppe und die Region entscheiden über die Höhe. Details und die regionalen Unterschiede behandelt der Artikel zur Erbschaftssteuer, den Vergleich aller Regionen der CCAA-Vergleich der Bonifikationen. Die rechtliche und prozessuale Seite des Erbfalls, vom anwendbaren Recht bis zur Abwicklung, bündelt der Ratgeber zum Erbrecht in Spanien.
IRPF: die Einkommensteuer 2026 in Zahlen
Die IRPF ist progressiv und nach Stufen aufgebaut. Sie zahlen nicht auf Ihr ganzes Einkommen einen einzigen Satz, sondern jede Einkommensstufe wird mit ihrem eigenen Satz besteuert. Die folgende Skala ist ein kombinierter Orientierungswert für das Steuerjahr 2025, das in der Renta-Kampagne 2026 erklärt wird. Sie ersetzt nicht die Skala Ihrer Region; amtliche Grundlage sind der staatliche Tarifanteil der AEAT und der jeweilige Regionaltarif.
| Zu versteuerndes Einkommen | Grenzsteuersatz |
|---|---|
| bis 12.450 € | 19 % |
| 12.450 € bis 20.200 € | 24 % |
| 20.200 € bis 35.200 € | 30 % |
| 35.200 € bis 60.000 € | 37 % |
| 60.000 € bis 300.000 € | 45 % |
| über 300.000 € | 47 % |
Die Regionen (Comunidades Autónomas, die autonomen Regionen) haben einen eigenen Tarifteil und weichen ab. In einigen Regionen wie der Comunidad Valenciana oder Katalonien liegt der Spitzensatz höher, bis rund 54 Prozent, während Regionen wie Madrid niedriger liegen.
Ein einfaches Beispiel zeigt die Progression. Bei einem zu versteuernden Einkommen von 40.000 Euro zahlen Sie nicht 37 Prozent auf alles. Stattdessen wird jede Stufe einzeln besteuert: die ersten 12.450 Euro mit 19 Prozent, der Teil bis 20.200 Euro mit 24 Prozent, der Teil bis 35.200 Euro mit 30 Prozent und nur die letzten rund 4.800 Euro mit 37 Prozent. Der effektive Durchschnittssatz liegt dadurch deutlich unter dem Grenzsteuersatz der obersten Stufe.
Der Spartarif für Kapitalerträge
Zinsen, Dividenden und Kursgewinne fallen nicht unter die allgemeine Skala, sondern unter einen eigenen Spartarif (base del ahorro). Auch er ist gestaffelt:
Bei Dividenden zwischen Deutschland und Spanien ist zusätzlich der Steuerabzug im Quellenstaat zu prüfen. Der Ratgeber zur Quellensteuer in Spanien trennt Anrechnung und Erstattung für beide Zahlungsrichtungen.
| Sparertrag im Jahr | Steuersatz 2025, erklärt 2026 |
|---|---|
| bis 6.000 € | 19 % |
| 6.000 € bis 50.000 € | 21 % |
| 50.000 € bis 200.000 € | 23 % |
| 200.000 € bis 300.000 € | 27 % |
| über 300.000 € | 30 % |
Seit dem Steuerjahr 2025 beträgt der Spitzensatz für Sparerträge über 300.000 Euro 30 Prozent; erklärt wird dieser Stand in der Renta-Kampagne 2026. Für die meisten mit überschaubaren Kapitalerträgen bleibt es bei 19 bis 21 Prozent. Die konkreten Sätze, die regionalen Unterschiede der allgemeinen Skala und ein ausführliches Rechenbeispiel stehen im Artikel zu den IRPF-Steuersätzen. Wie und wann Sie die Erklärung abgeben, erklärt der Leitfaden zur spanischen Steuererklärung.
Die wichtigsten Steuerformulare (Modelos) und Fristen
Das spanische System arbeitet mit nummerierten Formularen, den Modelos. Diese Übersicht zeigt die für deutsche Auswanderer wichtigsten Formulare nach dem offiziellen AEAT-Kalender. Die Renta-Frist für 2025 ist abgelaufen. Tagesdaten der nächsten Kampagne 2027 sind beim Quellencheck am 21. Oktober 2026 im AEAT-Kalender noch nicht veröffentlicht. Die genauen Fristen und Verfahren stehen jeweils im verlinkten Detailartikel.
| Modelo | Wofür | Frist (Stand 2026) |
|---|---|---|
| 100 | Einkommensteuererklärung der Residenten (IRPF) | 8. April bis 30. Juni 2026 (für 2025, abgelaufen) |
| 714 | Vermögenssteuererklärung (Patrimonio) | in derselben Kampagne wie Modelo 100 |
| 718 | Solidaritätssteuer für große Vermögen | eigener Zeitraum im Juli des Folgejahres |
| 210 | Steuer der Nicht-Residenten (IRNR), z. B. Ferienimmobilie | je nach Einkunftsart, siehe Detailartikel |
| 720 | Meldung von Auslandsvermögen | 1. Januar bis 31. März (Stand 31.12. Vorjahr) |
| 149 | Antrag auf das Beckham-Regime (régimen impatriados) | innerhalb von 6 Monaten ab Beginn der Sozialversicherung |
| 650 | Erbschaftssteuer (sucesiones) | grundsätzlich 6 Monate ab dem Erbfall |
Die wichtigste regelmäßige Pflicht ist die jährliche Einkommensteuererklärung über das Modelo 100. Wer Auslandsvermögen über bestimmten Schwellen hält, muss zusätzlich das Modelo 720 prüfen. Selbstständige haben darüber hinaus quartalsweise Pflichten, die ein eigenes Thema sind.
Warum Ihre Region in Spanien den Unterschied macht
Spanien ist steuerlich kein einheitlicher Raum. Die autonomen Regionen (Comunidades Autónomas) gestalten wichtige Teile der Steuern selbst. Das betrifft den regionalen Anteil der Einkommensteuer, die Vermögenssteuer und vor allem die Erbschaft- und Schenkungssteuer. Zwei Personen mit identischem Vermögen können je nach Wohnort sehr unterschiedlich besteuert werden.
Einige Beispiele: Madrid hat die Vermögenssteuer faktisch über eine Bonifikation neutralisiert, während Katalonien sie früh ansetzt. Bei der Erbschaftssteuer gewähren mehrere Regionen nahen Angehörigen Bonifikationen von bis zu rund 99 Prozent, andere deutlich weniger. Auch der Spitzensatz der Einkommensteuer hängt von der Region ab. Wer auf Mallorca oder den Balearen lebt, sollte deshalb die dort geltenden Regeln kennen, statt sich auf allgemeine Spanien-Werte zu verlassen. Welche Region zu Ihrem Leben und Budget passt, vergleicht der Leitfaden zur Wohnortwahl. Bei Immobilien kommt der valor de referencia als Bemessungsbasis hinzu, der ebenfalls regional wirkt. Wo es um Vermögen, Immobilien oder Erbschaften geht, lohnt der Blick auf die konkrete Region zuerst.
Steuern je nach Lebenssituation
Welche Steuern für Sie zählen, hängt von Ihrer Situation ab. Dieser Abschnitt ordnet die häufigsten Konstellationen ein und verweist in die jeweiligen Detailartikel.
Angestellte und Expats: das Beckham-Regime
Wer für eine Anstellung neu nach Spanien zieht, kann unter Umständen das Beckham-Regime nutzen. Es besteuert das spanische Arbeitseinkommen pauschal mit 24 Prozent bis zu einer Grenze von 600.000 Euro und behandelt viele Auslandseinkünfte begünstigt. Statt der progressiven Skala bis 47 Prozent zahlen Sie also einen festen Satz, was sich vor allem bei höheren Gehältern lohnt. Das Regime gilt für einen befristeten Zeitraum, ist an mehrere Voraussetzungen geknüpft und muss fristgerecht beantragt werden. Den Überblick gibt der Artikel zum Beckham Law, den Antrag erklärt der Artikel zum Modelo 149. Ob sich das Regime für Ihr Einkommen lohnt, schätzt der Beckham-Gesetz-Rechner.
Remote Worker und Digital Nomads
Wer ortsunabhängig für einen ausländischen Arbeitgeber arbeitet, kombiniert oft das Digital-Nomad-Visum mit dem Beckham-Regime. Hier kommt es auf die richtige Einordnung zwischen Anstellung und Selbstständigkeit an. Die Details behandelt der Artikel zu Digital-Nomad-Visum und Steuern.
Selbstständige (Autónomo)
Selbstständige melden sich als Autónomo an und haben laufende Pflichten. Wichtig sind die richtige Anmeldereihenfolge, die realistischen Kosten samt Tarifa Plana, die quartalsweisen IVA- und IRPF-Erklärungen sowie die Frage, ab wann sich eine spanische GmbH (SL) statt des Autónomo-Status lohnt. Die Anmeldung läuft in fester Reihenfolge über Hacienda (spanisches Finanzamt) und Seguridad Social (spanische Sozialversicherung), und die laufenden Quartalserklärungen sind der Grund, warum die meisten Autónomos einen Gestor beauftragen. Dazu gibt es eigene Artikel zur Autónomo-Anmeldung, zu den Autónomo-Kosten, zu den Quartalserklärungen und zum Vergleich von SL und Autónomo.
Wer eine Firma gründet oder ein Gewerbe mit eigenem Lokal betreibt, findet die Umsetzung in einer eigenen Artikelserie: die SL-Gründung Schritt für Schritt, die Rollen von Gestoría, Asesoría und Steuerberater, das Einstellen von Mitarbeitern, das Rechnung schreiben mit factura und Verifactu, die Körperschaftsteuer und Buchhaltung der SL, den Gesellschafter-Geschäftsführer als autónomo societario und die Gewerbelizenz (licencia de actividad).
Rentner
Für Ruheständler ist die Rentenart entscheidend. Die deutsche gesetzliche Rente, Betriebsrenten, private Renten und Beamtenpensionen werden unterschiedlich behandelt: Eine Beamtenpension bleibt regelmäßig in Deutschland, eine Betriebsrente landet meist in Spanien, und bei der gesetzlichen Rente kann Deutschland ein begrenztes Recht behalten. Wie die deutsche Rente in Spanien versteuert wird, erklärt der entsprechende Artikel. Wer den Umzug erst plant, findet im Leitfaden für Rentner zusätzlich die praktischen Schritte samt Krankenversicherung über das S1-Formular.
Immobilienkäufer und -besitzer
Beim Immobilienkauf fallen Steuern und Nebenkosten von rund 10 bis 15 Prozent an, je nach Region und ob Neubau oder Bestand. Beim Bestandskauf zahlen Sie die regionale Grunderwerbsteuer (ITP), beim Neubau dagegen IVA plus die Stempelsteuer AJD. Als Eigentümer zahlen Sie laufend die Grundsteuer IBI und als Nicht-Resident zusätzlich die IRNR über das Modelo 210. Beim Vererben greift die Erbschaftssteuer, die je nach Region und Verwandtschaftsgrad stark schwankt. Dazu gibt es Artikel zum Immobilienkauf, zu den laufenden Steuern für Immobilienbesitzer und zur Erbschaftssteuer. Ob sich der Kauf über eine Halte-Gesellschaft statt privat lohnt, behandelt der Artikel zum Immobilienkauf über eine Gesellschaft. Den ganzen Ablauf des Kaufs vom ersten Angebot bis zum Notar zeigt der Leitfaden zum Immobilienkauf.
Unternehmer mit Wegzug aus Deutschland
Wer wesentliche Anteile an einer Kapitalgesellschaft hält und nach Spanien zieht, sollte die deutsche Wegzugsbesteuerung kennen. Sie kann eine fiktive Veräußerung auslösen, noch bevor in Spanien etwas passiert. Der Artikel zur Wegzugsbesteuerung ordnet das Risiko ein.
Wann brauche ich einen Steuerberater in Spanien?
Vieles lässt sich mit guter Vorbereitung selbst erledigen, aber an einigen Punkten ist fachliche Hilfe das Geld wert. Sinnvoll ist ein Steuerberater besonders in diesen Fällen:
- Ihre erste Steuererklärung als spanischer Resident, vor allem mit deutschen Einkünften
- mehrere Einkunftsarten oder Einkünfte aus zwei Ländern gleichzeitig
- die Nutzung des Beckham-Regimes oder die Frage, ob es sich lohnt
- die Anmeldung und laufende Betreuung als Autónomo
- ein geplanter Wegzug mit Unternehmensanteilen
- Kauf, Verkauf oder Erbschaft einer Immobilie in Spanien
In Spanien gilt zudem eine Holschuld: Die Behörde erinnert Sie nicht zuverlässig an Ihre Pflichten, und gerade Auslandseinkünfte sind im System nicht hinterlegt. Ein Fehler im ersten Jahr ist später aufwendig zu korrigieren, und Verspätungen lösen Zuschläge aus. Gerade die erste Erklärung als Resident, die saubere Einordnung der deutschen Einkünfte und die Wahl des richtigen Regimes entscheiden oft über Jahre. Wer hier früh sauber aufsetzt, spart später Zeit, Geld und Schriftwechsel mit zwei Finanzverwaltungen. Einen deutschsprachigen Steuerberater in Spanien finden Sie über unser Verzeichnis, auf Wunsch auch direkt für Mallorca.
FAQ
Welche Steuern gibt es in Spanien für Auswanderer?
Die wichtigsten sind die Einkommensteuer IRPF, die Mehrwertsteuer IVA, die Vermögenssteuer mit der Solidaritätssteuer, die Grundsteuer IBI sowie die Erbschaft- und Schenkungssteuer. Nicht-Residenten zahlen die IRNR über das Modelo 210.
Ab wann bin ich in Spanien steuerpflichtig?
In der Regel, wenn Sie sich mehr als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien aufhalten oder Ihren wirtschaftlichen Lebensmittelpunkt dort haben. Dann erklären Sie Ihr weltweites Einkommen in Spanien.
Wie hoch ist die Einkommensteuer (IRPF) in Spanien?
Für die Renta-Kampagne 2026 beginnt der kombinierte Orientierungswert bei 19 Prozent. Einen einheitlichen Tarif für ganz Spanien gibt es nicht: Zum staatlichen Tarifteil kommt die Skala Ihrer autonomen Region.
Zahle ich in Deutschland und Spanien doppelt Steuern?
Das Doppelbesteuerungsabkommen verhindert eine echte Doppelbesteuerung. Es verteilt die Besteuerungsrechte und vermeidet die Doppelbelastung über Anrechnung oder Freistellung. Eine Erklärungspflicht in Spanien bleibt davon unberührt.
Welche Steuerformulare (Modelos) sind für Deutsche wichtig?
Am häufigsten sind das Modelo 100 (Einkommensteuer), das Modelo 210 (Nicht-Residenten), das Modelo 720 (Auslandsvermögen), das Modelo 714 (Vermögen), das Modelo 149 (Beckham) und das Modelo 650 (Erbschaft).
Wann brauche ich in Spanien einen Steuerberater?
Spätestens bei der ersten Residentenerklärung mit deutschen Einkünften, bei mehreren Einkunftsarten oder zwei Ländern, beim Beckham-Regime, bei einem Wegzug mit Firmenanteilen oder rund um Immobilien und Erbschaften.
Quellen
- Agencia Tributaria (AEAT): IVA-Sätze, Vermögenssteuer (Patrimonio), Solidaritätssteuer (ISGF) und Kampagne Renta 2026.
- Bundesfinanzministerium (BMF): Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Spanien.
- BOE: Ley 35/2006 über die IRPF, Art. 9 zur steuerlichen Ansässigkeit.
Änderungen und Datenstand
Steuerwerte ändern sich jährlich. Dieser Hub wird zur jährlichen Renta-Kampagne (April bis Juni) sowie anlassbezogen bei Gesetzesänderungen geprüft. Redaktionell verantwortlich ist die Spanienberater-Redaktion; eine externe fachliche Freigabe durch einen benannten Steuerberater ist gesondert vorgesehen.
| Datum | Geändert | Beleg und Verantwortung |
|---|---|---|
| 21.10.2026 | Renta-2025-Frist als abgelaufen markiert; Kampagne 2027 noch ohne amtliche Tagesdaten; Solidaritätssteuer aus Renta-Zeitraum gelöst | AEAT-Kalender, Spanienberater-Redaktion |
| 06.08.2026 | Steuerjahr und Erklärungskampagne bei IRPF-Angaben getrennt; Renta-2025-Primärquellen direkt an Tarif und Frist gesetzt | AEAT, Spanienberater-Redaktion |
| 06.08.2026 | Neue Detailseiten zu Mehrwertsteuer und Quellensteuer im Steuer-Cluster verlinkt | SEO-AUG-06, Spanienberater-Redaktion |
| 24.07.2026 | Steuerüberblick 2026 (Kurzantwort und Übersichtstabelle) am Seitenanfang ergänzt, Inline-Quellen an IRPF-Skala und Vermögenssteuer gesetzt, Cluster-Rückverlinkung vereinheitlicht | AEAT, BOE (Ley 35/2006), interne Detailseiten; Spanienberater-Redaktion |
| 18.06.2026 | Redaktionelle Aktualisierung auf den Steuerstand 2026 (unter anderem Spartarif-Spitzensatz 30 % ab 2026) | Spanienberater-Redaktion |
| 02.06.2026 | Erstveröffentlichung des Steuer-Hubs | Spanienberater-Redaktion |
Die nächste planmäßige Prüfung erfolgt zur Renta-Kampagne 2027. Einträge vor dem 24.07.2026 sind aus dem bisherigen Änderungsdatum der Seite rekonstruiert. Die ausstehende externe Fachprüfung ist als eigener Vorgang erfasst (SEO-steuern-spanien-01).
Zuletzt aktualisiert: 21.10.2026 Autor: Spanienberater Redaktion
Keine Steuerberatung - Einzelfall prüfen lassen. Dieser Leitfaden gibt einen allgemeinen Überblick. Steuersätze, Freibeträge, Schwellen und Fristen ändern sich jährlich und hängen von Ihrer individuellen Situation und Ihrer Region ab. Die Eckwerte entsprechen dem Recherchestand 2026. Prüfen Sie konkrete Zahlen vor einer Entscheidung gegen die offiziellen Quellen oder lassen Sie sich beraten.
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