
Die spanische Einkommensteuer IRPF (Einkommensteuer) ist progressiv. Die kombinierte Tarifskala 2026 reicht von 19 Prozent bis 47 Prozent, je nach Einkommen. Der Satz setzt sich aus einem staatlichen und einem regionalen Teil zusammen, deshalb zahlst du je nach Region unterschiedlich, mit Spitzensätzen zwischen rund 43,5 und 54 Prozent.
Wer nach Spanien zieht, will wissen, was am Ende vom Einkommen übrig bleibt. Dieser Artikel zeigt die Stufen für 2026, ein korrektes Rechenbeispiel, die Unterschiede zwischen den Regionen und wie Kapitalerträge besteuert werden.
Die IRPF (Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas) ist die Einkommensteuer für Residenten. Sie ist progressiv: Dein Einkommen wird in Stufen zerlegt, und jede Stufe wird mit ihrem eigenen Satz besteuert. Nur der Teil deines Einkommens in der obersten erreichten Stufe wird mit deren Satz belastet, nicht das gesamte Einkommen.
Eine spanische Besonderheit: Der Steuersatz besteht aus zwei Teilen. Der Staat erhebt einen bundesweit gleichen Tarif, und jede Region (Comunidad Autónoma, autonome Region) legt ihren eigenen Tarif obendrauf. Der Satz, den du am Ende zahlst, ist die Summe aus beiden. Deshalb kann dieselbe Person in Madrid weniger zahlen als in Katalonien.
Außerdem trennt Spanien zwei Einkommensarten: das allgemeine Einkommen (base general) wie Arbeitslohn, Renten und selbstständige Einkünfte und die Sparbasis (base del ahorro) mit Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen. Beide haben eigene Tarife.
Im Vergleich zu Deutschland fällt auf, dass der Spitzensteuersatz früher greift. Während in Deutschland der Höchstsatz erst bei sehr hohen Einkommen wirkt, erreicht die spanische Skala den Bereich um 45 Prozent bereits ab 60.000 Euro. Dafür gibt es in Spanien keine Kirchensteuer und keinen Solidaritätszuschlag auf die Einkommensteuer. Ein direkter Vergleich der Nettobelastung lohnt sich deshalb immer für den konkreten Fall statt über pauschale Aussagen.
Die folgende Tabelle zeigt die kombinierte Tarifskala 2026 für das allgemeine Einkommen. Sie fasst den staatlichen und einen Standard-Regionalteil zusammen und dient als Orientierung:
| Zu versteuerndes Einkommen | Grenzsteuersatz |
|---|---|
| bis 12.450 € | 19 % |
| 12.450 € bis 20.200 € | 24 % |
| 20.200 € bis 35.200 € | 30 % |
| 35.200 € bis 60.000 € | 37 % |
| 60.000 € bis 300.000 € | 45 % |
| über 300.000 € | 47 % |
Diese Skala ist eine Orientierung, kein fester Wert für ganz Spanien. Der staatliche Teil ist überall gleich, der regionale Teil weicht ab. In der Praxis liegt dein tatsächlicher Spitzensatz je nach Wohnregion darunter oder darüber.
Angenommen, dein zu versteuerndes Einkommen beträgt 40.000 Euro. Dann zahlst du nicht 37 Prozent auf alles, sondern Stufe für Stufe:
| Stufe | Betrag in der Stufe | Satz | Steuer |
|---|---|---|---|
| bis 12.450 € | 12.450 € | 19 % | 2.365,50 € |
| 12.450–20.200 € | 7.750 € | 24 % | 1.860,00 € |
| 20.200–35.200 € | 15.000 € | 30 % | 4.500,00 € |
| 35.200–40.000 € | 4.800 € | 37 % | 1.776,00 € |
| Summe | 40.000 € | 10.501,50 € |
Das sind rund 10.500 Euro vor Abzügen, also ein effektiver Durchschnittssatz von etwa 26 Prozent, obwohl dein Grenzsteuersatz bei 37 Prozent liegt. Dieser Betrag sinkt noch: Der Grundfreibetrag (mínimo personal) wirkt als Abzug zum niedrigsten Satz und senkt die Steuer um rund 1.000 Euro, dazu kommen je nach Situation weitere Abzüge. Der effektive Satz liegt dadurch meist spürbar unter dem Grenzsteuersatz. Die genaue Zahl hängt von deiner Region, deinen Freibeträgen und deinen abziehbaren Posten ab.
Bei niedrigeren Einkommen ist die Belastung deutlich geringer. Ein Rentner mit 24.000 Euro zu versteuerndem Einkommen bleibt in den ersten drei Stufen und zahlt vor Abzügen rund 5.365 Euro, also einen effektiven Satz von etwa 22 Prozent, der durch den Grundfreibetrag und den Altersfreibetrag weiter sinkt. Die Progression sorgt also dafür, dass kleinere Einkommen verhältnismäßig wenig zahlen.
Weil jede Region ihren Tarifteil selbst bestimmt, fällt der Spitzensteuersatz unterschiedlich aus. Einige Beispiele für 2026:
Für die meisten mittleren Einkommen sind die Unterschiede kleiner als am Spitzensatz, spürbar werden sie vor allem bei höheren Einkommen. Wer flexibel ist, für den kann die Wahl der Region einen echten Unterschied machen. Auf Mallorca und den Balearen gilt der balearische Tarif, der im Mittelfeld liegt. Den vollständigen Vergleich aller 15 Regionen mit konkreten Sätzen je Einkommensstufe liefert die Übersicht der IRPF-Sätze aller Regionen. Welche Regionen auch bei anderen Steuern wie Vermögen und Erbschaft günstiger sind, ordnet der allgemeine Steuer-Leitfaden ein.
Zinsen, Dividenden und Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren oder Immobilien fallen unter den Spartarif (base del ahorro). Auch er ist gestaffelt:
| Sparertrag im Jahr | Steuersatz 2026 |
|---|---|
| bis 6.000 € | 19 % |
| 6.000 € bis 50.000 € | 21 % |
| 50.000 € bis 200.000 € | 23 % |
| 200.000 € bis 300.000 € | 27 % |
| über 300.000 € | 30 % |
Neu ist 2026 der Spitzensatz von 30 Prozent für Sparerträge über 300.000 Euro. Vorher lag er bei 28 Prozent. Für die meisten Anleger mit überschaubaren Erträgen bleibt es bei 19 bis 21 Prozent. Wichtig für deutsche Auswanderer: Als Resident gehören auch deutsche Zinsen und Dividenden in die spanische Erklärung.
Auch der Gewinn aus dem Verkauf einer Immobilie oder von Aktien fällt unter den Spartarif, nicht unter die allgemeine Skala. Wer also eine Wohnung mit Gewinn verkauft, versteuert diesen Gewinn nach den genannten Sparsätzen. Verluste aus Kapitalanlagen lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen mit Gewinnen verrechnen, was die Steuerlast in schlechten Jahren senkt.
Nicht dein gesamtes Einkommen wird besteuert. Der mínimo personal y familiar deckt das Existenzminimum ab. Die wichtigsten Werte 2026:
Diese Beträge sind keine einfachen Abzüge vom Einkommen oben, sondern werden in Spanien technisch als Abzug zum niedrigsten Tarif verrechnet. Das Ergebnis bleibt: Bis zu diesen Grenzen zahlst du keine Einkommensteuer.
Die IRPF wird nicht erst mit der Jahreserklärung fällig. Bei Angestellten behält der Arbeitgeber monatlich eine Vorauszahlung ein, die Retención (Steuerabzug/Quellensteuer), die sich grob am erwarteten Jahressatz orientiert. Selbstständige leisten stattdessen quartalsweise eigene Vorauszahlungen. Mit der jährlichen Steuererklärung im Frühjahr wird dann abgerechnet: Wer zu viel vorausgezahlt hat, bekommt eine Erstattung, wer zu wenig gezahlt hat, leistet eine Nachzahlung.
Für Auswanderer ist das im ersten Jahr wichtig, weil ausländische Einkünfte keiner spanischen Retención unterliegen. Auf eine deutsche Rente oder deutsche Mieteinnahmen wird in Spanien unterjährig nichts einbehalten, die Steuer darauf fällt erst mit der Jahreserklärung an. Eine Rücklage verhindert hier eine böse Überraschung.
Wer für eine Anstellung neu nach Spanien zieht, kann unter Umständen das Beckham-Regime nutzen. Statt der progressiven Skala bis 47 Prozent wird das spanische Arbeitseinkommen dann pauschal mit 24 Prozent besteuert, bis zu einer Grenze von 600.000 Euro, darüber mit 47 Prozent. Bei höheren Gehältern kann das die Steuerlast deutlich senken.
Ob sich das lohnt, hängt von Gehalt, Auslandseinkünften und den Voraussetzungen ab. Wer in den oberen Stufen der normalen Skala landet, sollte die Vorteilhaftigkeit durchrechnen lassen. Eine schnelle Schätzung bietet der Beckham-Gesetz-Rechner. Die Voraussetzungen und den Antrag behandelt der Artikel zum Beckham Law.
Welcher Tarif für dich gilt und wie du die Erklärung abgibst, hängt von deiner Situation ab. Bei mehreren Einkunftsarten oder Einkünften aus zwei Ländern lohnt sich der Schritt zu einem deutschsprachigen Steuerberater in Spanien, den du über unser Verzeichnis findest.
Die kombinierte Tarifskala reicht von 19 Prozent bis 47 Prozent, je nach Einkommen. Der tatsächliche Satz hängt von deiner Region ab, weil jede Region einen eigenen Tarifteil festlegt.
Je nach Region liegt er 2026 zwischen rund 43,5 Prozent (zum Beispiel Madrid) und 54 Prozent (zum Beispiel Katalonien und Comunidad Valenciana).
Du zerlegst dein Einkommen in die Stufen und besteuerst jede Stufe mit ihrem Satz. Bei 40.000 Euro ergeben sich vor Abzügen rund 10.500 Euro, also ein effektiver Satz um 26 Prozent. Der Grundfreibetrag senkt den Betrag weiter.
Über den Spartarif: 19 Prozent bis 6.000 Euro, 21 Prozent bis 50.000 Euro, 23 Prozent bis 200.000 Euro, 27 Prozent bis 300.000 Euro und 30 Prozent darüber.
Beim Spitzensteuersatz gehört Madrid zu den günstigeren Regionen, Katalonien und die Comunidad Valenciana zu den teureren. Bei mittleren Einkommen sind die Unterschiede kleiner.
Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 5.550 Euro, plus Zuschläge ab 65 und 75 Jahren sowie Freibeträge für Kinder.
Zuletzt aktualisiert: 10. Juni 2026 Autor: Spanienberater Redaktion
Keine Steuerberatung - Einzelfall prüfen lassen. Steuersätze, Stufen, Freibeträge und regionale Tarife ändern sich jährlich und hängen von deiner Region und deiner persönlichen Situation ab. Die Werte beziehen sich auf den Stand 2026 und sind eine Orientierung, kein verbindliches Berechnungsergebnis. Prüfe deine konkrete Steuerlast vor einer Entscheidung gegen die offiziellen Quellen oder lass dich beraten.